Galerie – Peru

Peru

Einmal quer durch Peru

Peru

Die letzten Monate unserer Weltreise verbringen wir in Südamerika. Es geht los mit Peru. Anfangs wussten wir überhaupt nicht, wie wir durch Peru reisen und wie alles funktionieren soll. Aber dann haben wir Peru Hop gefunden. Ein Bustouranbieter, der verschiedene Routen anbietet quer durch Peru. Wir entscheiden uns für die Tour von der Hauptstadt Lima bis nach La Paz, der Hauptstadt von Bolivien. So bereisen wir den südlichen Teil Perus. Wir sind mega happy, denn Peru Hop ist top organisiert und die Busse sind sicher und sehr komfortabel.

In diesem Blogbeitrag nehmen wir euch mit und erzählen ein wenig über jede Station, die wir in Peru angefahren sind. Und los geht’s…

LIMA. Die Hauptstadt Perus liegt direkt am Pazifik und ist RIIIEESSIIGG. Hier verbringen wir 4 Nächte. Direkt im Zentrum der Stadt, dem Stadtteil Miraflores, haben wir unsere Unterkunft und können zu Fuß alles entdecken, was für Touris sehenswert ist. Mit einer Free Walking Tour bekommen wir einen super Überblick für die Stadt. Die Touren werden in vielen Städten angeboten und sind echt mega empfehlenswert. Wir besuchen ein Schokoladenmuseum mit Tasting, trinken das traditionelle Getränk Pisco Sour, besuchen verschiedene Plazas und eine Tempelanlage der Inkas. In Peru ist gerade kein Sommer, sodass Lima ziemlich nebelig und grau ist. Hier regenet es aber NIE. Wenn, dann leichter ganz feiner Niesel.

PARACAS. 2 Stunden südlich von Lima liegt Paracas. Eine kleine Stadt am Meer. Hier ist es richtig warm und sommerlich. Wir haben nochmal ein leichtes Strandfeeling, juhu! Nach ein paar Spaziergängen und leckerer Ceviche, roher Fisch in Limettensaft mit Zwiebeln und Mais, ist das Highlight der Nationalpark von Paracas. Dieser Park war einst ein Meer und ist jetzt eine Wüstenlandschaft, die geschützt ist. An den Steinen kann man überall altes Meersalz Salz abkratzen. Ein einziges Dorf mit indigenen Bewohnern hat die Erlaubnis, in der Wüste Paracas zu leben.

HUACACHINA. Nach ein paar Nächten in Paracas geht es weiter in die Wüste. Wir besuchen die Oase Huacachina. Die erste Oase auf unserer Reise mitten in der Wüste. Abgefahren! Wir sind total begeistert. Hier verbringen wir 3 Nächte und kosten die Möglichkeit des Sand Boardings voll aus. Die vielen Sanddünen bieten die perfekten Bedingungen mit Snowboards oder Sand Boarding Brettern runter zu düsen. Über Peru Hop haben wir uns nicht entgehen lassen, eine Sand Boarding Tour zu buchen. Anfangs dachten wir, dass es langweilig sein könnte, aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Wir fahren in einer Gruppe von 8 Personen in einem Geländebuggy durch die Sandwüste. Unser Fahrer brettert über die Dünen wie eine Wildsau. Wie Achterbahn fahren… ultra genial!!! An manchen Dünen hält er an und wir können runter boarden. Es ist ein abolutes Highlight und macht super viel Spaß. Am Abend spazieren wir die Düne ganz hinauf, was super anstregend ist, um den tollen Sonnenuntergang in der Sandwüste Perus zu genießen.

NASCA. Wir sind immer noch in der Wüstengegend Perus und fahren mit dem Bus zu den berühmten Nasca Lines. Große dicke Linien, die vor tausenden von Jahren in den Dreck gezeichnet wurden und verschiedene Motive ergeben. Von einem Aussichtsturm können wir drei Motive sehen. Um alle zu sehen muss man einen Flug buchen. Das Besondere ist, dass diese Linien schon seit tausenden von Jahren bestehen und Dreck und Wind sie einfach nicht verschwinden lassen. Man weiß auch nicht, wie sie dort hingekommen sind. Es ist ein absolutes Mysterium. Die Stadt Nasca selbst ist nicht sehr schön und sehenswert. Wir verbringen hier drei Nächte und sind viel in der Unterkunft, die auch etwas seltsam ist. Alles in allem ist Nasca nicht soooo empfehlenswert, weil ein bisschen langweilig.

AREQUIPA. Nach unserem ersten Nachtbus, der wirklich sehr bequem ist, kommen wir in Arequipa an. Eine Kolonialstadt, die sehr stark spanisch geprägt ist in ihrer Architektur. Eine wirklich traumhafte Altstadt mit vielen Läden und kleinen Gassen. In Arequipa machen wir wieder eine Free Walking Tour mit und erfahren noch mehr über die Inkas, die Ureinwohner Perus, und die erste Hochkultur überhaupt. Ein Alpaka Museum darf nicht fehlen. Wir erfahren alles über die Wolle und den Herstellungsprozess. Die Tiere sind echt super süß. In den Tagen treffen wir auch auf eine katholische Zeremonie vor unserer Haustür. An den Oktoberwochenenden wir gefeiert mit Umzügen und Straßenfesten. Viele Peruaner nahmen die katholische Religion der Spanier an, oft wird der katholische Glaube aber auch ein wenig vermischt mit dem traditionellen Glauben an Mutter Natur.

COLCA CANYON. Ein Highlight ist für uns unsere dreitägige Wanderung im Colca Canyon bei Arequipa. Wir haben uns sehr gewünscht, in Südamerika eine größere Wanderung zu machen. Oftmals ist das saumäßig teuer, aber diese Tour war absolut bezahlbar und wir können uns diesen Traum erfüllen. Wir sind mittlerweile auf 3500m über dem Meeresspiegel und auf dieser Höhe beginnt auch die Wanderung. Wir starten am ersten Tag mit 4 Stunden bergab. So kommen wir auf etwa 2500m und sind mitten im Canyon. Die Tour ist in einer Gruppe von 15 Personen organisiert und unser Guide Roy ist super. Er wuchs in dieser Gegend auf und macht diese Wandertouren seit 12 Jahren, 3-4 mal die Woche. Wahnsinn! Unser erste Nacht verbringen wir in einer kleinen Hütte und haben lecker Alpaka Steak. Am zweiten Tag wandern wir durch zwei Dörfer durch, an Alpakas und Llamas vorbei mit dem Ziel einer kleinen Oase. Dort verbringen wir die zweite Nacht. Wir haben ein kleines Häuschen nur für uns. Die Nacht ist aber sehr kurz, denn bereits 5:00 Uhr morgens beginnen wir den Weg bergauf. 3 Stunden bergauf, um von 2500m wieder auf 3500m zu kommen. Das ist definitiv der anstrengenste Teil. Uschi hat mittlerweile auch mehrere Blasen an den Füßen, aber egal… Mit unserem Bambuswanderstock geht alles! Wir sind so überglücklich die rund 20km geschafft zu haben und freuen uns auf unser Frühstück in der kleinen Stand Cabanaconde, die am oberen Rand des Canyons liegt. Der Moment, wieder im Bus zu sitzen, ist grandios. Unsere Waden und Füße schmerzen wie Sau. Bevor es wieder nach Arequipa zurück geht halten wir noch bei Hot Springs. Kleine natürliche Pools mitten in der Pampa. Nach drei Tagen Wanderung war das die absolute Entspannung. Wir sind überglücklich und haben diese 3 Tage sehr genossen!

CUSCO. Das Zentrum der Inka-Kultur. Cusco liegt genau in der Mitte zwischen Argentinien, Chile Bolivien, Peru und Equador. Eine wunderschöne Kolonialstadt auf etwa 3800m, die quasi komplett denkmalgeschützt ist. Die Häuser dürfen beispielsweise nur zweistöckig sein, sodass die vielen Kirchen in der Stadt immer die höchsten Gebäude bleiben. Nach einer Free Walking Tour durch die Stadt haben wir ein wenig einen Eindruck von Cusco. Hier lassen wir uns das erste mal einen Alpaka Burger schmecken und sind total begeistert. Unser Shoppingfieber überfällt uns hier auch total. In der Gegend von Cusco leben viele Alpakas und Llamas, wodurch es ultra viel an Alpaka Kleidung gibt und natürlich typisch peruanische Ponchos. Reimar hat eine warme Mütze aus Alpakawolle gekauft und Uschi einen traumhaften Poncho erwischt. Wir müssen uns richtig zusammenreißen mit Shopping… Natürlich ist hier auch der berühmte Machu Picchu. Wir haben uns nach vielem Hin und Her dagegen entschieden, den Machu Picchu zu erklimmen. Allein der Eintritt in das Gelände kostet 60$ pro Person, dann braucht man noch eine ewig lange Busfahrt und mindestens eine Übernachtung. Aber Reimar hat sich eine günstige Alternative überlegt. Anstelle des berühmten Machu Picchu, der auch überfüllt von Touristen ist, machen wir eine Wanderung auf eigene Faust.

ZONA X, CUSCO. 16 km geht es durch die Natur. Als erstes besuchen wir den Mondtempel aka Templo de la Luna, der leider verschlossen ist für Touristen. Aber man kann die äußeren Ruinen super gut erkennen. Nachdem wir uns ein wenig verlaufen haben und durch ein Privatgelände durch sind, finden wir den Felsen der sogenannten Zona X. Reimar hat nur drei Blogeinträge über dieses Gebiet gefunden. Es ist wohl ein altes Militärgelände. Es ist total spannend, denn der Felsen, den wir erstmal hochklettern müssen, ist durchsetzt mit hunderten von Tunneln und Höhlen. Natürlich erkunden wir direkt ein paar davon. Manche sind sehr easy zu durchlaufen, manche sind extrem tief und eng, manche sind steil und wir müssen klettern. Hoch und runter. Absolut genial. Und das beste ist, wir sind komplett allein, denn keiner kennt diese Region! Nachdem wir uns in den Tunneln verausgabt haben geht es weiter über eine Weide. Leider verlaufen wir uns wieder ein wenig und werden in einem Dorf von einer Mama verjagt. Also ist ein Umweg angesagt. Verschiedene Inka-Ruinen und traumhafte Landschaft umgeben uns. Der vorletzte Stop ist der Teufelsbalkon oder auch Balcon de los diablos. Ein Steinbalkon in einem steilen Felsen, in den ein kleiner Fluss eine große Höhle reingegraben hat. Ziemlich schön und umgeben von Inka Terassen, die für den Anbau von Quinoa, Kartoffeln und Mais genutzt werden. Das beste ist, dass wir durch den Felsen hindurch, das Flussbett entlang klettern können. Es ist ziemlich nass und kalt aber extrem spannend. Unsere crazy Wanderung endet bei dem Christo Blanco. Eine weiße große Jesusstatue, die über Cusco wacht.

PUNO. Unsere Reise durch Peru endet am Titicaca See! Der höchste beschiffbare See der Welt. Der sechstgrößte See der Welt mit etwa 217m Tiefe. Die kleine Stadt Puno liegt direkt am Titicaca See. Hier verbringen wir eine Nacht und sind sehr überrascht von dieser wundervollen Umgebung. Erstmal etwas Leckeres Frühstücken mit frischen Waffeln, bevor wir eine kleine Wanderung starten. Wir wollen die 620 Treppenstufen zum Mirador del Condor schaffen. Dieser große Stahlvogel wacht, ähnlich wie der Christo Blanco in Cusco, über die Stadt und von da oben hat man einen traumhaften Blick über den See. Wir sind ziemlich kaputt nach den vielen Stufen aber es lohnt sich. Ein leckeres Mittag mit Alpaka Steak gibt uns wieder neue Energie für einen Bootstrip. Wir haben einen zweistündigen Bootstrip auf den Titicaca See gebucht und sind begeistert. Mit etwa 20 Personen sitzen wir in einem kleinen Motorboot und düsen davon. Der Trip besteht daraus, zwei Inseln anzufahren und mehr über die Inselbewohner zu erfahren. Auf dem Titicaca See schwimmen 87 künstlich erbaute Inseln, auf denen insgesamt 2000 Menschen leben. Ultra spannend, denn wir wussten nicht, dass es auf der Welt Menschen gibt, die AUF einem See wohnen. Die Uros, so nennt sich dieses indigene Volk, leben auf Schilfinseln. Sie bauen die Inseln und ihre Häuser, sowie ihre Boote selbst und komplett aus Schilf. Der Chef einer Gruppe von fünf Familien begrüßt uns und demonstriert uns mit unserem Guide zusammen, wie das alles funktioniert. Wir dürfen auch in ein Häuschen schauen, in dem eine fünfköpfige Familie wohnt. Sie essen bestimmte Fische, Vögel und deren Eier und leben mittlerweile komplett vom Tourismus. Wir sind total begeistert, denn so eine Lebensweise haben wir noch nie gesehen. Umso mehr berührt es uns, welche unterschiedlichen Lebensweisen es gibt.

Peru überrascht uns! Die Natur ist traumhaft schön und es ist extrem interesant mehr über die Inkas erfahren zu dürfen. Wir besuchen ein Inka Museum und sind erstaunt über deren Lebensweise und was sie alles entwickelt haben. Die Peruaner sind extrem stolz auf ihre Wurzeln und übernehmen einige Traditionen aus der Inkazeit heute noch. Uschi wusste gar nicht, dass Kartoffeln ursprünglich aus Peru kommen. Verrückt. Manche Peruaner leben auch nach dem Inka Kalender und nicht nach unserem gregorianischen Kalender. Alles sehr spannend. Meerschwein ist hier neben Alpaka auch ein traditionelles Gericht. Das haben wir aber nicht geschafft zu probieren. Außerdem sind die Berglandschaften atemberaubend und wir freuen uns riesig auf Bolivien und die Anden!

Bis bald, eure Herr & Frau Weltenbummler 👋🏻