Durchatmen auf der Hauptinsel Viti Levu

Fiji

Nach dem australischen Winter geht es für uns drei Wochen lang auf die Fiji Inseln. Angekommen in Nadi, eine der größten Städte der Hauptinsel Viti Levu, setzen wir uns in einen Bus und fahren ein paar Stunden in die Hauptstadt Suva. Dort haben wir eine erste Unterkunft um die weiteren Wochen zu planen. Wir merken schnell, dass sich die Hauptinsel sehr von den umliegenden Inselareal unterscheidet. Das tropische Inselfeeling unter Palmen und am weißen Strand gibt es hier nicht wirklich. Nun versuchen wir herauszufinden, wie wir so billig wie möglich dieses tropische Inselfeeling bekommen. Nach langer Recherche entscheiden wir uns dafür, auf der Hauptinsel zu bleiben. Wir merken, dass Fiji sehr teuer ist und wir uns einen Trip auf eine einsame Insel mit Palmen nicht leisten können. Das heißt: wir erkunden die Hauptinsel.

Erste Station: Suva, die Hauptstadt. Unsere Unterkunft ist super für die ersten Tage. Wir haben eine große Küche und unser Host ist super freundlich. Am ersten Tag in einem neuen Land ist man schon mal schnell überfordert und versucht heruaszufinden, wo man einkaufen gehen kann, wie die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren usw. Unser Host ist so lieb und fährt mit uns in einen Supermarkt, kauft mit uns Gemüse am Straßenmarkt und gibt uns ein paar hilfreiche Tips. Mit dem Bus, der direkt vor der Tür hält, fahren wir für nur 1,11$ in die Stadt. Dort erkunden wir das Großstadtleben auf Fiji. Es erinnert uns ein wenig an Indonesien. Es gibt riesige, frische Gemüsemärkte. Verschiedene Händler verkaufen ihre Produkte auf der Straße und es gibt über all kleine Shops. Der Verkehr ist im Gegensatz zu Indonesien auffällig geordnet. Wir besuchen ein paar Sehenswürdigkeiten und genießen einen leckeren Kaffee.

In der Hauptstadt haben wir noch eine zweite Unterkunft. Wir übernachten eine Nacht bei einer fijianischen Familie. Es ist eine total aufregende Erfahrung, denn hier sind wir bei einer einheimischen Familie direkt integriert. In ihrem kleinen, einstöckigen Haus haben wir ein Zimmer mit einem eigenen Bad. Das Bett ist noch in Plastikfolie eingewickelt und ein Bettlaken liegt über der Folie, auf der wir schlafen. In Plastik eingewickelte Produkte sieht man hier öfter. Es ist ein Zeichen für Neuwertigkeit und wird deswegen so lange wie möglich dran gelassen. Wir können gut schlafen aber es knirscht nachts ganz schön. In dem restlichen Haus gibt es keine weitere Plastikfolie aber es ist überall mit Deckchen und Tüchern dekoriert. Nachmittags gegen 16:00 Uhr kommen wir an und verbringen den Abend mit der Familie. Im Laufe des Abends kommen immer mehr Familienmitglieder dazu. Es kommt ein Bruder, eine Nichte mit einem Säugling, ein Opa… Wir sehen selbst nicht mehr durch. Das Haus hat ein großes Wohnzimmer mit Küche direkt im Eingangsbereich und dann drei Zimmer und zwei Bäder. Die Hütte ist mit über 10 Leuten voll. Der vierjährige Sohn schaut seinen Lieblings Löwen Film, den wir alle zusammen noch mindestens ein Mal schauen. Die Mama des Hauses bringt uns Tee (Schwarztee mit ordentlich Zucker) und Abends kocht sie sogar für uns. Als das Abendessen startet, wird der Esstisch mit einer Tischdecke hergerichtet aber nur für uns beide und unseren Host. Der Rest der Familie isst später, auf dem Boden oder im Wohnzimmer. Zum Essen gibt es traditionelle Kasava Wurzel, gekocht mit Hühnersuppe. Dazu gibt es Brot mit Butter, die wegen der Hitze in Wasser gelagert wird, und Ketchup. Nach dem Essen schauen wir einen Marvel Film. Am nächsten Morgen werden wir noch mit einem einfachen Frühstück versorgt und sehr herzlich verabschiedet. Fijianer sind von ihrem Gemüt eher ruhigere, schüchterne Menschen und immer äußerst freundlich. Es war total schön, diese kleine Familie kennen zu lernen und ein Stück echtes Fiji zu erleben.

Durch die überraschend bergige Landschaft geht es mit dem Bus zu unserer zweiten Station nach Sigatoga. Eine Woche verbringen wir am Meer in einer Unterkunft, die teilweise eine Baustelle ist, da sie gerade renoviert wird. Unser Zimmer ist einfach aber ausreichend und wir haben jeden Tag ein anderes Frühstück. Elvis und Johnny geben sich große Mühe trotz der Baustellenatmosphäre ein Urlaubsfeeling zu schaffen. Sie waschen unsere Wäsche umsonst, wir dürfen ihre Papayas aus dem Garten jederzeit essen und Johnny holt uns auch ein paar Kokosnüsse von den Palmen. Manchmal kontinental, manchmal indisch, manchmal einfach Müsli. Jeden Morgen eine Überraschung. Wir sind endlich am Strand und genießen es sehr. Ein paar Strandspaziergänge sind ein MUSS in dieser Woche. Diese Woche ist auch noch aus einem anderen Grund besonders. Wir haben unseren zweiten Hochzeitstag und starten mit einem leckeren Frühstück in einem Café. Leider ist es etwas regnerisch aber wir besuchen trotzdem ein Luxusresort und nutzen deren Pool, nachdem wir das billigste Getränk auf der Karte bestellt haben. Am Abend gehen wir das erste Mal in diesem Jahr schick essen, sogar mit einer ganzen Flasche feinstem Wein. Ein besonderer Tag, an dem wir gerne in Erinnerungen schwelgen und uns unsere Hohzeitsfotos und Videos anschauen.

Für die letzten 10 Tage sind wir wieder in Nadi, die Stadt bei der die Reise startete. Wir haben uns dazu entschieden noch 2 unterschiedliche Unterkünfte zu buchen und freuen uns schon auf unser Highlight. Wir starten im Nadi Bay Resort Hotel. Hier haben wir fünf sehr ruhige Tage mit Pool. Das Resort hat definitiv die besten Jahre hinter sich und es gibt einen Bereich, der sehr herunter gekommen ist. Von dem Resort mit eigentlich zwei Pools, zwei Bars und drei Restaurants ist nur ein Pool und eine Bar geöffnet. Direkt neben unserem Zimmer ist der Aufenthaltsraum für alle Angestellten, sodass es morgens ab 6:30 ultra laut ist. Schon witzig dieser Ort. Für jedes Frühstück gibt es einen Frühstücksgutschein. In der geteilten Dusche hängen auch ab und an benutzte Schlüpfer…haha! Wir genießen den Pool und nutzen die Tage für die Website und das Schneiden von ein paar Videos. Nachdem wir beim Abschied noch bei der Taxibestellung abgezockt werden geht es in unsere Letzte Unterkunft auf den Fiji Inseln. Am Schluss dieser drei Wochen sind wir für fünf Tage im Anchorange Beach Resort, unser Highlight. Wir haben ein wunderschönes Zimmer mit einem 180 Grad Ausblick auf die Berge und den Ozean. Durch das Resort fährt ein alter Zug für die Lieferung von Zuckerrohr. Auf diesen Bahngleisen spazieren wir in das nächste Dorf oder in die andere Richtung zur angrenzenden Marina. Wir genießen den Pool, das gute Frühstück und die letzten Inselmomente, bevor es nach Amerika geht.

Dadurch, dass wir uns in Fiji keine großen Trips oder exotischen Unterkünfte leisten können, ist das hier eine sehr ruhige Zeit für uns, was eigentlich sehr gut tut. Mittlerweile ist es bereits August und die Halbzeit unserer Weltreise. Solch ruhige Wochen nutzen wir gern, um die vergangene Zeit zu reflektieren. Allein die Blogposts zu schreiben oder Videos und Fotos zu bearbeiten hilft uns zu begreifen, was wir alles bereits erlebt haben. Wir sind sehr dankbar für die letzten 6 Monate und bereuen keine Sekunde. Es gab nie Probleme, wir hatten keine Unfälle oder schlimme Krankheiten. Wir durften das erleben, was wir wirklich wollten und durften verschiedene Kulturen und Menschen kennen lernen. All das macht etwas mit uns und wir merken, wie wir eine neue Sicht auf uns und unser Leben bekommen. Eines der eindrucksvollsten Dinge, die wir im letzten halben Jahr realisierten, ist die Komplexität und Schönheit der Schöpfung Gottes. Es ist unglaublich und so oft atemberaubend, wie schön Gott die Welt gemacht hat. So viele wunderschöne Orte durften wir besuchen und in jedem noch so kleinen Detail steckt Liebe und pure Schönheit. Alles führt zusammen und ist Teil eines großen Ganzen. Auch die Fiji Inseln, diese klitzekleinen Fleckchen auf dem Erdball, hat Gott wunderschön gemacht. Oft geraten solch kleine Inselareale in Vergessenheit. Machmal sind sie auf Weltkarten gar nicht eingezeichnet. Aber auch hier ist Leben und Schönheit. Die ruhigeren Wochen nutzen wir auch dafür, die zweite Hälfte unserer Reise zu planen. Bisher haben wir noch keine konkrete Idee, was uns in Amerika erwarten wird. Auch das klärt sich in den Fiji Wochen nach und nach. Wir freuen uns auf das was kommt und sind gespannt, was Gott für die letzte Hälfte unserer Reise bereit hält.

Seid gespannt, eure Herr & Frau Weltenbummler 👋🏻

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