Lombok, Selong Belanak & Senggigi

Bali/Lombok

Mit der öffentlichen Fähre, die nur 1€ pro Person kostet, geht es von Padang Bai, Bali aus auf die Insel Lombok. Wir hiefen unsere Koffer auf die riesige Autofähre und suchen uns eine kleine Ecke zum liegen und lesen. Es sind super viele Menschen auf der Fähre, da derzeit immer noch Ramadan ist und viele Indonesier diese Zeit als ihre Urlaubszeit nutzen. Wir verbringen die nächsten 6h auf der Autofähre in unserer kleinen Ecke aus Schlafsack und Packtaschen als Kissen.

Angekommen in Lombok suchen wir uns ein Taxi und ab gehts in den Süden nach Selang Belanak, ein kleiner Surferort, der nicht zu sehr von Touristen überlaufen ist. Das Taxisuchen ist hier leider sehr schwierig, denn in Lombok gibt es eine gut organisierte „Taximafia“. Die Touristen werden an der Fähre abgefangen, dann wird ein absurd hoher Preis ausgehandelt, der aber für die Fahrgäste fast immer alternativlos ist. Danach verweisen die „Broker“ die Touris an einen der eigentlichen Fahrer. Natürlich kassieren die Broker das Geld und die Fahrer sehen davon nur einen winzigen Teil. Es gibt zwar auch „Grab“ auf Lombok, eine App um Taxifahrer und Fahrgäste zu fairen Preisen zu connecten, aber alle „Grab“-Fahrer haben unsere Anfragen abgelehnt, weil sie sich an einige Orte auf der Insel gar nicht mehr trauen. Scheinbar setzt sich da die Taximafia auch gern mal mit Gewalt durch… Schon irre.

Wir stellen fest, dass Lombok super bergig ist. Wir fahren ständig durch Täler und wieder über den nächsten Berg. Die Landschaft ist dadurch nochmal ganz anders als in den Teilen von Indonesien, in denen wir bisher waren. Die Reisfelder und die dahinter angrenzenden Berge sind ein unglaublich schöner Ausblick! Nach etwa einer Stunde Fahrt kommen wir in unserer ersten Unterkunft an. Das OLA OLA Lombok, ein wunderschönes kleines Hotel mit Pool und leckerem Frühstück. Hier verbringen wir 5 Tage und testen direkt den Surfstrand. Wir paddeln mit zwei Lehrern aufs Meer und haben einige Wellen bekommen. Hier sind im Grunde nur Surfschulen und kleine Wellen, perfekt für uns. Mit dem Roller herum düsen darf natürlich auch nicht fehlen. Wir leihen uns einen aus und erkunden die südliche Hälfte Lomboks. Verschiedene Aussichtspunkte rauben uns den Atem und wir genießen die wunderschönen Strände und kleine Dörfchen.

Leider sinkt unsere Laune relativ schnell in den Keller, denn Reimar bekommt schon nach 3 Tagen eine Mittelohrentzündung. Wir verabschieden uns nach 2 Tagen Krankheitspause von Selong Belanak und fahren in den Norden nach Senggigi. Dort besuchen wir als erstes den Arzt in der Blue Island Medical Clinic. Er gibt uns ein Antiboitikum und Ohrentropfen mit. Voll ausgestattet mit Medikamenten geht es zur zweiten Unterkunft in Lombok. Die nächsten eineinhalb Wochen verbringen wir in dem Alam Mimpi Hotel. Wir haben ein wunderschönes Zimmer, sogar mit Klimaanlage, direkt am Pool. Wir spüren sehr schnell, dass diese Gegend viel touristischer ist. Senggigi ist eine relativ große Stadt direkt am Meer mit vielen Cafés, Restaurant, Angeboten und dem nah angrenzenden Fährenhafen auf die Gili Inseln. Sehr besonders ist, dass der Sand hier schwarz ist. Schwarzer Glitzersand vom Vulkangestein. Nach dem Besuch in der Klinik gehen wir etwas kleines Essen am Strand. Ein hübsches Café. Viele Händler sind dort unterwegs, die uns und den anderen Gästen ihre Armbänder und Schmuckartikel verkaufen wollen. Für uns fühlt es sich sofort an wie in Sansibar. Dort waren die Händler ähnlich aufdringlich. Durch das Erdbeben im vergangen Jahr ist der Tourismus stark zurückgegangen, wodurch die Händler noch mehr Druck haben ihr Zeugs zu verkaufen. Sie leben davon und sind vom Tourismus abhängig, das darf man nie vergessen. Für uns so schwer vorstellbar, von anderen auf so eine Art und Weise abhängig zu sein. Ohne Tourismus können hier viele nicht überleben und ihre Familien ernähren, was ein wichtiger Punkt ist.

Die Tage in Senggigi sind relativ unspektakulär. Durch die Mittelohrentzündung kann Reimar weder Schnorcheln noch Tauchen, was ihn sehr belastet. Wir nutzen die Zeit für Uschis Studium und um Videos schneiden. Das ist ganz gut, da wir einfach Zeit haben, um ein paar Dinge zu erledigen, die liegen geblieben sind.

Am Ende der Zeit auf Lombok können wir noch zwei Ausflüge machen, da Reimars Ohr soweit wieder gesund ist. Wir schnappen uns den Roller und besuchen einen Wasserfall, den wir ohne Probleme direkt gefunden haben. An diesem Wasserfall ist das Besondere, dass durch die kleinen Wasserfälle viele Pools entstehen. Und der letzte größere Pool mündet in einer Höhle, in der super viele Fledermäuse wohnen. Es stinkt ultra eklig und die kleinen Tierchen haben einen lauten Geräuschpegel. Uschi traut sich ins Wasser und versucht die Fledermäuse zu sehen, aber sie sind zu versteckt in der Dunkelheit der Höhle. Wir wandern den Wasserfall entlang und kommen zu einer Aussichtsplattform, wo wir einfach eine Weile liegen und genießen.

Auf dem Heimweg geht es zu einem Warung direkt am Meer. Derzeit sind sehr viele asiatische Urlauber unterwegs. An den Local Restaurants sind wir meist die einzigen Weißen, was aber nie ein Problem ist. Es ist lustig zu beobachten, dass die Indonesier eine ganz andere Esskultur haben. Es wird wenig auf korrekte „Etikette“ Wert gelegt, eher auf Gemeinschaft, lockeres Essen, jeder steht mal auf, läuft rumher, alle essen so gut wie immer mit den Händen, man quatscht miteinander, die Kinder rennen herum und bekommen ab und an einen Löffel mit Essen in den Mund gesteckt. Uns fällt auch auf, dass hier in Lombok gar nicht mehr laut gerotzt wird. Das war in Sulawesi und Raja Ampat sehr auffällig. Hier aber gar nicht mehr. Sehr sympathisch und locker. Wir fühlen uns sehr wohl unter den Locals und lieben diese Restaurants. Dort gibt es für uns gegrillten Fisch, super lecker und das mit Sonnenuntergang!

Nach etwa zwei Wochen geht es dann auch schon mit dem Shuttlebus von unserem Hotel zur Fähre. Die Autofähre bringt uns nach 5 Stunden Fahrt wieder zurück nach Bali. Dort geht es mit dem Taxi zu unsere Villa, die wir mit Freunden für weitere 10 Tage mieten. Ein Highlight dieses Jahr ist, dass uns drei gute Freunde aus Leipzig besuchen kommen. Zusammen haben wir eine Villa mit Pool gemietet und werden dort viel Zeit verbringen, denn sie ist WUNDERSCHÖN. Danach sagen wir schon langsam Byebye zu Indonesien.

Es bleibt spannend.

Bis bald, eure Herr & Frau Weltenbummer 👋🏻

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s