#RunInMaldives – Reimar’s erster Halbmarathon

Malediven

Am 11. Mai 2018 war Reimar zum ersten Mal in seinem Leben joggen. Zu der Zeit war er wirklich alles andere als fit und schaffte es mit Ach und Krach, vier Kilometer zu laufen. Nach ein paar Tagen fing das Laufen an, ein kleines bisschen Spaß zu machen, und Reimar entwickelte sogar ein wenig Ehrgeiz. Ein paar Wochen später kam Reimar von einem Lauf zurück nach Hause und beschloss, dass er ein Ziel brauchte, auf das er hin arbeiten kann. Zu der Zeit fingen die Pläne für unsere Weltreise gerade an, konkret zu werden, und Reimar suchte das komplette Internet nach Läufen ab, die in die grobe Reiseplanung reinpassen würden. Irgendwann blieb nur noch ein möglicher Marathon übrig: der Coca Cola Long Run in Hulhumalé, einer der Hauptinseln der Malediven. Sofort meldete Reimar sich für den Lauf am 19. April 2019 an. Er wollte einen Halbmarathon laufen. Es muss ja auch noch Luft nach oben bleiben…

Über die nächsten Monate trainierte sich Reimar erstmal an die 10 Kilometer heran. Bei seinem letzten Lauf in Deutschland lagen die Temperaturen knapp über null, sodass es in unserem ersten Land, Uganda, erstmal heftig war, sich an das viel heißere und feuchtere Klima zu gewöhnen. In Nairobi, Sansibar und Südafrika ging Reimar noch ein paar mal joggen, bis er einigermaßen damit klar kam.

Auf den Malediven angekommen, musste er aber feststellen, dass es hier noch heißer und noch feuchter ist als überall sonst. Beim Veranstalter des Rennens, das Fitnessstudio 3000tfg aus Malé, sollte Reimar sich noch seine Startnummer und ein paar andere Goodies abholen. Dabei lernten wir den Chef von 3000tfg und seine Kollegin, die den extrem coolen Instagram Account des Studios pflegt, kennen. Die beiden haben tatsächlich sogar auf uns gewartet und uns auf einen Saft und Kuchen eingeladen, weil sie sich so über den Besuch aus Deutschland gefreut haben. Mega coole Leute.

Zwei Tage nach unserer Ankunft ging es endlich los. Um 05:20 Uhr, also lange vor Sonnenaufgang, weil es sonst zum Laufen viel zu heiß wäre, fiel der Startschuss für alle Teilnehmer am Halbmarathon, zu diesem Zeitpunkt waren die Marathonläufer schon 2 Stunden unterwegs…

Die Strecke war 7 Kilometer lang und wurde also drei mal abgelaufen, um auf die volle Distanz von 21 Kilometern zu kommen.

Runde 1: Obwohl es schon ziemlich warm ist und Reimars Körper durch die letzte Zeitverschiebung eher schlafen gehen möchte, fühlt sich Reimar relativ frisch und startet mit gutem Tempo in den Lauf. Das Läuferfeld zieht sich langsam auseinander und er wundert sich sehr über einen älteren Herren, der mindestens 60 Jahre alt ist und einen Kopf kleiner als Reimar und ihn trotzdem überholt. Außerdem zieht langsam ein anderer Malediver an ihm vorbei. Er hat einen grauen Pferdeschwanz und hinkt auf seinem linken Bein. Irre. Die ersten 7 Kilometer vergehen schnell und beim ersten Zieldurchlauf nach der ersten Runde sind schon ein paar Leute zum Anfeuern gekommen.

Runde 2: Langsam wird es immer heißer und der Sonnenaufgang kündigt sich an. Die Beine werden schon schwerer und nach dem zehnten Kilometer weiß Reimar: Er hat das hier völlig unterschätzt. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die Temperatur von 30 Grad Celsius kosten mehr Kraft, als er dachte. Bis zum Kilometer 14 denkt er nur noch: „Durchhalten, nicht stehen bleiben, nicht gehen.“

Runde 3: Pünktlich mit dem Start in die dritte Runde geht die Sonne auf. Die direkte Wärme macht die Bewegung noch einmal deutlich schwerer und Reimars Rücken fängt an zu schmerzen. „Durchhalten, nicht stehen bleiben, nicht gehen…“. An einem der Getränkestände, die an der Strecke liegen, überholt Reimar den älteren Läufer mit dem Pferdeschwanz, der die ganze Zeit sein linkes Bein hinter sich her zieht. Er scheint ziemlich fertig zu sein und schafft es nicht mehr, sein Lauftempo zu halten. Reimar feuert ihn an und die beiden beschließen, die Ziellinie gemeinsam zu überqueren. Die letzten 3 Kilometer fühlen sich so lang und anstrengend an, wie die ersten 18. Reimar ist völlig fertig, als er zusammen mit dem hinkenden Malediver auf die Zielgerade einbiegt. Die beiden ringen sich zu einem kleinen Endspurt durch und haben es nach 2 Stunden und 28 Minuten endlich geschafft.

Reimar ist sauglücklich mit seinem Erfolg und hat alles erreicht, was er sich gewünscht hat: er hat durchgehalten, er ist nicht stehen geblieben, keinen Meter gegangen und hat seinen ersten Halbmarathon in unter zweieinhalb Stunden absolviert. Völlig kaputt aber happy machen wir Selfies mit dem Präsidenten der Malediven, mit der First Lady, die auch einen Halbmarathon gelaufen ist, und mit einem verrückten Niederländer namens Mister Marathon. Der ist heute seinen 67. Marathon gelaufen… Irrer Typ.

Reimar hat etwas geschafft, von dem er noch ein knappes Jahr vorher gedacht hätte, dass es ihm völlig unmöglich wäre. Vielleicht findet sich ja noch ein weiterer (Halb-)marathon, der sich mit unseren Reiseplänen verbinden lässt…

Bis bald, eure Herr & Frau Weltenbummler 👋🏻

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