Sable Hills Waterfront Estate – Pretoria

Südafrika

Nach nur knapp 3 Stunden im Flugzeug von Sansibar aus kommen wir in Johannesburg an. Von dort aus fahren wir mit dem Zug nach Pretoria, mit dem Zug! Hier gibt es Züge, hier gibt es Ampeln, hier gibt es feste Preise in Supermärkten und Fressbuden… Schon in den ersten paar Minuten wird uns klar, wie krass anders Südafrika ist. Nach unseren Wochen in den ostafrikanischen Ländern bemerken wir so viele Unterschiede. Der Straßenverkehr funktioniert hier (einigermaßen) geregelt. In den Supermärkten herrscht ein unfassbarer Überfluss, riesige Auswahl und es ist immer alles verfügbar. Um ganz ehrlich zu sein überfordert uns das in den ersten Tagen, aber irgendwie sind wir auch froh, wieder in einer etwas „westlicheren“ Umgebung zu sein.

Am Bahnhof Hatfield holt uns FC Buys ab, ein Freund guter Freunde aus Leipzig. Zwei Wochen lang dürfen wir in dem Gästezimmer seines Hauses wohnen und sogar sein Auto leihen. Wir kommen im Sable Hills Waterfront Estate an, wo FC mit seiner Familie lebt, und schon begrüßen uns Zebras im Gebüsch und ein paar Gnus. Das Estate ist ein Naturreservat, in dem viele Tiere leben, die sich größtenteils sehr an die Menschen hier gewöhnt haben. Es fühlt sich an, als würden wir in einem Safarigelände wohnen. Es ist irre.

Angekommen im Haus und wir sind (mal wieder) sprachlos. Das Haus wurde von FC und seiner Frau selbst designt und gebaut. Joleen ist Innenarchitektin und eine wahre Künstlerin. Das Haus ist ebenerdig und ein absoluter Traum. FC hat eine große Leidenschaft für das Grillen, das nennt man in Südafrika „Braaii“. Das ist auch der Grund für die riesige Feuerstelle, über der er grillt, einen Pizzaofen und viele weitere Grillutensilien. Schon am ersten Abend werden wir bekocht: Rumpsteak mit Gorgonzola und Feigen, Braaii Bread und Melone. Unglaublich lecker! Die beiden haben 3 Jungs, sie lieben Gäste und haben uns in den Wochen unglaublich sehr beschenkt. Unser Gästezimmer ist wunderschön, hat einen Balkon ins Grüne und eine eigene Küche. Joleen hat sogar schon alles in unserem Kühlschrank bereitgestellt, was wir für das Frühstück brauchen. Wir sind extrem überwältigt von ihrer Großzügigkeit und Gastfreundschaft uns gegenüber.

Am Abend machen wir mit ihnen eine kleine Bootstour auf dem Stausee des Estates und haben dabei einen wunderschönen Sonnenuntergang. Die Jungs fragen uns, wie bestimmte Dinge auf Deutsch heißen und lachen sich noch tagelang schlapp, dass „Vati“ ein bisschen so klingt wie „Farty“, was man mit „Furzi“ übersetzen könnte.

Mit dem Auto, welches wir frei nutzen dürfen machen wir einen Ausflug nach Pretoria. Dort besuchen wir die Union Buildings, die Regierungsgebäude von Südafrika, vor denen ein übergroßer Nelson Mandela steht. Danach geht’s weiter zum Voortrekker Monument. Hier erfährt man extrem viel über die südafrikanische Geschichte, besonders die Völkerwanderung der sogenannten Voortrekker, die im 19. Jahrhundert die Kapregion verließen, weil sie von der britischen Kolonialmacht vertrieben wurden. Daraus entstanden jahrzehntelange Kriege zwischen den weiter nördlich lebenden afrikanischen Stämmen und den Buren, welche die Nachfahren der ersten holländischen Siedler waren.

Und zum Schluss besuchen wir die größte Shopping Mall in ganz Afrika mit über 500 Shops. Der Menlyn Park ist wirklich riesig. Hier können wir unser kaputtes iPad reparieren lassen und für Reimar ein paar Kamerasachen kaufen, denn in Sansibar ist uns unser Stativ abhanden gekommen und unsere Action Cam hat den letzten Tauchgang nicht überlebt. Bei dem besten Donut Shop des Landes essen wir erst 4 Stück, kaufen danach aber nochmal 12, denn diese Donuts von Krispy Kreme sind wirklich unfassbar gut. Bei dem beliebtesten Fleischer gönnten wir uns dann noch ein paar Tüten Biltong. Das ist Trockenfleisch, was man in Südafrika wirklich überall bekommt und der Snack der Wahl ist. Wir lieben Biltong und jetzt haben wir einen kleinen Vorrat.

Im Estate besuchen wir auch die wilden Tiere aus nächster Nähe. Wir wandern durch das riesige Gelände auf einen Berg. Auf dem Weg dahin sehen wir mehrere Gnus, Kudus, Pumbas, 4 Giraffen und 3 Zebras! Es ist unglaublich all diese wunderschönen Tiere in „freier Wildbahn“ zu erleben. Bei den Giraffen bekommt Uschi ganz schön Angst, denn sie starren uns unentwegt an und laufen langsam auf uns zu. Vielleicht sind wir eine Bedrohung oder sie sind einfach nur neugierig, aber am Ende sind es wilde Tiere und wir verkrümeln uns lieber.

Mit unserem blauen Polo fahren wir auch nach Johannesburg. Dort besuchen wir eine Kirche und lernen die Stadt ein wenig kennen. Wir besuchen ein paar Sehenswürdigkeiten und genießen die verschiedenen Kontraste, die wir immer wieder in ganz Südafrika finden. Sowieso ist dieses Land von krassen Kontrasten durchzogen. Edelste Autos halten an Kreuzungen, an denen fast immer Bettler oder Verkäufer auf ein paar Rand hoffen (So heißt die Währung hier). Das Stadtbild besteht aus schicken Glasgebäuden, meist heruntergekommenen ehemaligen Stadtzentren, riesigen Shopping Malls und noch riesigeren Townships. Wir sehen absoluten Überfluss in den Supermärkten und totale Armut am Straßenrand. Das öffentliche Bild ist genauso durchwachsen und kompliziert, wie die Geschichte, die Gesellschaft und die Politik von Südafrika. Das fällt uns in Johannesburg nochmal mehr auf, als in Pretoria.

Wir genießen die Zeit hier extrem, auch wenn wir erst ein paar Tage zum „Ankommen“ brauchen. Nachdem wir fast 2 Wochen lang die Umgebung von Pretoria und Johannesburg erkundet haben und die Gastfrendschaft von Familie Buys genießen durften, geht es jetzt weiter: mit dem Flieger nach Port Elizabeth! Coole Leute nennen das nur „P.E.“. Und wir sind cool. Also auf nach P.E.

Bis bald, eure Herr & Frau Weltenbummler 👋🏻

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s