Der Süden der Insel – Paje/Sansibar

Tansania

Nach einer zweistündigen Taxifahrt kommen wir im Süden Sansibars an. Eine Woche verbringen wir in dem kleinen Ort Paje. Unser Airbnb ist mitten im Dorf und super schön. Fließend Wasser gibt es nicht, aber das ist kein Problem, denn wir haben eine große Wassertonne mit der wir alles machen können. Unsere Gastgeberin ist aus Deutschland und lebt mit ihrem tansanischen Freund in einem echt hübschen Haus.

Jeden Tag frühstücken wir Chapati, große Fladenbrote, die es an jeder Straßenecke gibt, unter dem Baum im Garten. Dort leistet uns der Hund Nerea und die zwei Katzen, die eine heißt Fritz, der Gastgeberin Gesellschaft. Trotz Uschis Katzenhaarallergie spürt sie keinerlei Reaktionen, was ziemlich cool ist. Die Nächte sind für uns leider immer noch sehr kurz. Trotz des Ventilators gewöhnen wir uns nur schwer an die nächtliche Hitze.

Die Landschaft ist ähnlich wie in Nungwi, der Strand ist traumhaft schön. Weißer Sand mit türkisem Wasser. Jedesmal wenn wir zum Strand laufen sind wir wieder erstaunt, wie super schön es ist.

Die Unterwasserwelt lassen wir uns natürlich nicht entgehen. In der Mitte der Woche besuchen wir die Tauchbasis „Divetime Zansibar“ in Kizimkazi, der Ort an dem die Delfine wohnen. Insgeheim erhoffen wir uns mit Delfinen tauchen zu dürfen aber diese sieht man eher beim Schnorcheln und das ganz zeitig morgens am Tag. Die Tauchgänge starten viel später und die Guides suchen auch nicht wirklich gezielt nach Delfinen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. An sich ist die Tauchbasis recht klein und ein bisschen chaotisch. Wir erfahren nicht konkret, wo wir unser Geraffel hinlegen sollen, wo wir unsere Flasche zusammen bauen sollen und der Chef strahlt ein bisschen Unsicherheit aus. Aber am Ende sind wir in erster Linie selbst für unsere Sachen zuständig und bauen alles auf dem kleinen Boot zusammen, mit dem wir zu zwei Tauchspots fahren.

Der erste Tauchgang ist überraschend anders für uns. Nach anfangs relativ guter Sicht verändert sich die Lage durch eine starke Abwärtsströmung, was bedeutet, dass es uns eher nach unten ins tiefere Wasser zieht. Wir tauchen an einer Steilwand des Riffs entlang und versuchen, mit starkem Flossenschlag nach und nach aufzusteigen, was auch ganz gut klappt. Für uns ist es eine gute Erfahrung, denn Strömungen, vor allem Abwärtsströmungen, können beim Tauchen auch mal gefährlich werden. Durch die Erfahrung damit kann man bei schwierigeren Bedingungen besser damit umgehen. Diese Erfahrung macht uns nur sicherer im Tauchen. Leider mussten wir nach nur 37 Minuten aufsteigen, weil ein andere Taucher aus der kleinen Gruppe Probleme mit seiner Luftversorgung hat. Schade! Der zweite Tauchgang war ruhiger (und kälter!) und wir haben nur eine leichte Strömung, die uns ermöglicht, schwerelos über das bunte und sehr lebendige Riff zu schweben. Wir haben eine super Sicht und alles ist voll von bunten Korallen, Fischen, Anemonen und vielem mehr.

Den Rest der Woche chillen wir am Strand, kochen Chili zusammen, genießen ein paar Bars und das Meer. Uschi und die Gastgeberin schwingen das Tanzbein bei einer Jambo Beachparty und in einem Localrestaurant lernen wir Dave aus England kennen. Wir haben zwar nur etwa die Hälfte der Stories, die er uns in seinem British English durch die brutal laute Musik zugebrüllt hat, verstanden. Das hat aber gereicht, um so beeindruckt davon zu sein, dass wir wenigstens ein paar wenige mit euch teilen wollen:

An seiner linken Schulter trägt Dave 5 farbige Tattoos. Eigentlich sind es eher Bemalungen, keine klassischen Tattoos. Und diese 5 bunten Flecken auf seiner Haut haben es wirklich in sich. Nachdem Dave mit nur 15 Jahren aus England abgehauen ist, die Welt bereiste und schließlich zurück in seine Heimat kam, um dort eine Bank auszurauben, musste er sich entscheiden: entweder 9 Jahre Knast oder 9 Jahre Wehrdienst. Er verpflichtete sich als Soldat und wurde Sanitäter. Am Ende seiner Pflichtzeit brach er wieder alle Zelte ab und begann, überall in der Welt mal für eine kleine Weile zu leben. An fast 50 Orten in der ganzen Welt eröffnete er Restaurants und Bars. Er wurde Millionär. Dave wohnte mit Anfang 40 in einer Villa mit 17 Schlafzimmern. Auf einer Reise nach Äthiopien verliebte er sich in eine junge Frau, die Prinzessin eines großen Stammes. Nach einiger Zeit wollten die beiden heiraten, aber nur ein Krieger dieses Stammes durfte um ihre Hand anhalten. Also musste sich Dave 5 Proben stellen, die ihn zu einem vollwertigen Stammesmitglied machen sollten. Von diesen Prüfungen zeugen seine bunten Tattoos. In den nächsten Jahren bestieg er erst ganz allein und ohne Kletterzeug einen Berg. Als nächstes wurde er von mehreren Männern durch ein Waldgebiet gejagt, an dessen anderem Ende er unentdeckt ankommen musste, um auch diesen Test zu bestehen. Er stellte sich einem Messerkampf gegen 4 ebenfalls mit Messern bewaffnete Krieger. Er tötete einen Hai mit bloßen Händen. Die fünfte und letzte Prüfung sollte aber die größte Herausforderung für Dave werden. Er musste einen Pavian töten. Es kostete ihn wohl eine riesige Überwindung, aber er tat es. Er bekam alle 5 Zeichen und wurde in den Stamm aufgenommen. Die Prinzessin wurde eine von den insgesamt 5 Frauen in Daves Leben.

Wir gammeln seit zwei Wochen wirklich viel und freuen uns jetzt auch schon sehr auf Südafrika. Mit dem Taxi geht es zum Flughafen…

Davor dürft ihr aber im nächsten Beitrag noch ein paar tolle Bilder von Tansania bestaunen.

Bis bald, eure Herr & Frau Weltenbummler 👋🏻

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